Justament Sept. 2008: Düster, traurig, schön
Portisheads bezauberndes Comeback nach zehn Jahren
Thomas Claer
Das Album “Dummy” der Band Portishead markierte 1994 die Geburt einer neuen Musikgattung, des Trip Hop. Hiermit wurde, könnte man sehr subjektiv und zugleich sehr polemisch anmerken, der Beweis erbracht, dass all der Hip Hop, mit dem wir seit zweieinhalb Jahrzehnten überflutet werden, doch zu etwas nützlich ist, nämlich zur formalen Unterstützung dieses geheimnisvoll groovenden und gedankenverloren dahinschwebenden Sounds, der gleichzeitig eine Erdigkeit vermittelt, wie wir sie sonst nur vom Blues kennen. Jedoch der Stern von Portishead, der dreiköpfigen Band aus England mit ihrer einfach überwältigenden Sängerin Beth Gibbons, verglühte schnell. Ein nicht ganz so starkes Studio- und ein von den Londoner Symphonikern auf dem Gipfel ihrer Popularität eingespieltes Livealbum später wurde das revolutionäre Projekt sang und klanglos begraben – und fand Eingang in den Himmel der unsterblichen Popmusik.
Umso größer ist die Überraschung und umso stärker die Freude, nach so langer Zeit die ungeahnte und spektakuläre Wiederauferstehung der Combo aus Bristol feiern zu können. Ein überaus intensives Klangerlebnis ist “Third”, das absolut keinen Vergleich mit dem Frühwerk der Band zu scheuen braucht. Doch wundersamer Weise erinnert hier fast gar nichts mehr an Hip Hop. Die Beats sind stark zurückgenommen, die Songstrukturen aber dennoch so charakteristisch: Das ist Portishead pur! Elektro-avantgardistisch, wie manche Kritikerkollegen meinen, ist die CD nur insofern, als es allem Anschein nach ohnehin nichts völlig Neues mehr unter der Sonne des Popmusik-Himmels geben wird, nur noch die ewige Neukombination des Altbekannten. Und Portishead greifen Ansätze der Elektro-Avantgarden aus den Achtzigern auf, vermeiden aber nicht nur deren damalige Verirrungen, sondern transformieren jene auf so organische Weise ins eigene Klanguniversum, dass es einem den Atem raubt. Zudem präsentieren sie sich auf “Third” sogar noch erstaunlich vielseitig, unternehmen gewagte Ausflüge bis hin zum akustischen Gitarrensong. Jedes Lied bezaubert auf eigene Weise. Doch ist die Grundstimmung des Albums wohl eher noch trauriger, noch düsterer, noch melancholischer, als wir es von ihnen seit jeher kannten. Etwas Besseres als den Suizid findet man zwar nicht gerade überall, auf dieser CD aber ganz gewiss. Das Gesamturteil lautet: gut (15 Punkte).
Portishead
Third
Go! Discs / Mercury 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0016455AY
Justament Sept. 2008: Juristen als Literaten
Thomas Claer
Schriftstellernde Juristen gibt es zuhauf. Doch wenn zwei prominente und mit Preisen überhäufte Autoren über den Einfluss ihrer juristischen Ausbildung auf ihr literarisches Werk Auskunft geben, hört man gerne zu. Nachzulesen sind die Schilderungen von Juli Zeh, geboren 1974 in Bonn, und Martin Mosebach, geboren 1951 in Frankfurt am Main, auf einer Tagung namens “Literatur und Recht” in dem vorzüglichen Sammelband “Literatur, Recht, Musik”. Dieser harrte schon geraume Zeit auf dem Schreibtisch des Rezensenten einer Besprechung und erhielt nun endlich die ihm gebührende Aufmerksamkeit, auch wenn die erwähnte Tagung bereits 2005 stattgefunden hat.
Einserjuristin Juli Zeh wollte nach dem zweien Staatsexamen eigentlich Richterin werden, entschied sich aber dann “nach einigen schlaflosen Nächten” dagegen, weil sie sich nicht zutraute, nur nebenher Schriftstellerin zu sein, auf das Schreiben aber keinesfalls verzichten wollte. Seitdem begrenzt sie ihre juristische Tätigkeit auf ihre Dissertation im Völkerrecht, an der sie schon einige Jahre nebenher werkelt. Aktuell hat sie noch eine Verfassungsbeschwerde gegen den biometrischen Reisepass eingelegt. Außer ihren von der Literaturkritik zuletzt eher zwiespältig aufgenommenen Romanen verfasst sie vor allem Essays und mischt sich permanent und streitlustig in politische und sonstige Debatten ein. Ihre Bücher (“Adler und Engel”, “Spieltrieb”, “Schilf”) sind voll mit Bezügen zur Juristerei. Ihr künstlerisches Schaffen, so die Autorin, sähe völlig anders aus, wenn sie dem Recht nicht begegnet wäre: “Ich weiß noch nicht einmal, ob ich überhaupt in der Lage wäre, Romane zu schreiben, wenn ich nicht Jura studiert hätte.” Das Verfassen von Romanen erfordere strukturierte Denkvorgänge, und die juristische Ausbildung habe eine “ganz wertvolle Konstruktionsfähigkeit” in ihrem Denken geschaffen, die ihr dabei helfe, “große Formen und große Texte einfach zu verwalten”.
Martin Mosebach, Büchnerpreisträger von 2007, ist hingegen mit der Rechtswissenschaft nie recht warm geworden. Er habe großen Respekt vor Amtsrichtern oder Rechtsanwälten, die Romane schreiben, doch würde seine Vitalität für beides zugleich nicht hinreichen. Dafür sei das Romanschreiben für ihn zu anstrengend. Doch räumt er für sich “eine gewisse Zähmung und Erziehung durch die Jurisprudenz ein im Bedürfnis, Charaktere wahrscheinlich zu machen”. Er erkenne aber leider erst in großem zeitlichen Abstand, was für interessante Aspekte die Welt des Rechts in sich berge. In seinem umfangreichen literarischen Werk wirft er nur ein einziges Mal einen Blick auf das juristische Milieu, im Roman “Eine lange Nacht” (2000), der Geschichte eines verkrachten Juristen und schöngeistigen Taugenichts.
Hermann Weber (Hrsg.)
Literatur, Recht, Musik. Tagung im Nordkolleg Rendsburg
BWV Berliner Wissenschafts-Verlag 2007
224 Seiten, EUR 40,00
ISBN: 978-3-8305-1339-1
Justament Sept. 2008: Eheleute-Report
Was Päpste streng verschlossen hielten
Thomas Claer
Das Mittelalter, also jene Epoche relativer historischer Ereignisarmut, die eine um Übersichtlichkeit bemühte westliche Geschichtsschreibung auf etwa 500 bis 1500 nach Christi Geburt datiert hat, wird gemeinhin als finster angesehen. Auch das Spätmittelalter gilt uns heute noch als rückständig, was die weit verbreitete Vorstellung einschließt, im Geschlechtsleben der mittelalterlichen Frauen und Männer habe Puritanismus vorgeherrscht und das Verhältnis zwischen Eheleuten und Liebespaaren sei von Prüderie beherrscht gewesen. Diese Annahme jedoch wird durch die hier zu besprechende Publikation des emeritierten Züricher Historikers Ludwig Schmugge, “Ehen vor Gericht”, maßgeblich erschüttert. In einer Mischung aus erzählender Darstellung, Statistik und umfassender Analyse des sozialen und rechtlichen Hintergrundes berichtet er von mehr als 6.000 Bittschriften deutschsprachiger Eheleute an den Papst aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, die in den vatikanischen Geheimarchiven entdeckt wurden. Bis zum Jahre 1913 schlummerten diese Quellen in vergessenen und vermauerten Räumen des Vatikans, blieben dann weitere 70 Jahre für die Benutzung gesperrt und sind erst seit 1983 der Forschung zugänglich.
Jeder Verfasser dieser Bittschriften hatte seinerzeit in irgendeiner Weise gegen das Kirchenrecht verstoßen und war in der Folge oft sozial diskriminiert. Daher baten die Betreffenden den Heiligen Vater um Gnade und erhielten von ihm zumeist Absolution und Dispens. (Im Vergeben kleinerer Sünden war die katholische Kirche schon immer großzügig.) Seit dem 13. Jahrhundert konnten die Päpste die steigende Flut von Anträgen (es sollen mehrere Dutzend pro Tag gewesen sein) aber nicht mehr alleine bewältigen, und so übertrug man die Bearbeitung auf ein eigenes Amt, die Pönitentiarie, die sich im 15. Jahrhundert als zentraler Gerichtshof der römischen Kirche für Buß-, Beicht- und Gnadensachen zu einer veritablen Behörde ausweitete. Dort wirkten gegen Ende des Mittelalters über 200 Mitarbeiter unter Leitung eines Kardinals. Und die Sachbearbeiter sahen sich Fällen wie diesem gegenüber, der ursprünglich 1456 am Churer Ehegericht verhandelt worden war: Magdalena aus Schiers, 20 Jahre alt, hatte Klage gegen ihren Mann Bartholomeus, 18 Jahre alt, erhoben. Der Mann verlangte die Mitgift seiner Frau. Sie behauptete jedoch, er sei nicht ihr legitimer Ehemann, denn er sei impotent und habe die Ehe mit ihr nie vollzogen, weshalb sie ihn bald nach der Hochzeit verlassen habe. Sie stellte den Antrag auf Scheidung. Bartholomeus jedoch sagte aus, sich “im Verkehr mit anderen Frauen als potent erwiesen zu haben, wenn auch nicht immer und auf jede Weise”. “Wenn die Klägerin auf dem Rücken liegt, kann ich den Akt nicht vollziehen”, fährt er fort, “aber auf der Seite liegend geht es” (S.159 f.).
Aus diesem und zahlreichen anderen Fällen, in denen selten ein Blatt vor den Mund genommen wird, ergibt sich ein buntes Panorama der Epoche, in welcher man, so der Verfasser, eine “lockere Sexualpraxis” feststellen könne, die durchaus moderne Züge aufweise. Es ergebe sich der Eindruck eines “vielfach unverklemmten sexuellen Umgangs zwischen den Geschlechtern”, der offenbar auch vor der Ehe in allen Schichten der Bevölkerung praktiziert worden sei. Auch sei das Zusammenleben von Paaren ohne Trauschein weit verbreitet gewesen.
Ganz so streng und finster kann es also damals gar nicht gewesen sein, denkt man sich. Vielleicht liegt die Finsternis aber gerade darin, dass solche Fragen überhaupt die Gerichte beschäftigt haben.
Ludwig Schmugge
Ehen vor Gericht
Paare der Renaissance vor dem Papst
Berlin University Press 2008
291 Seiten, EUR 44,90
ISBN-10: 3940432237
Justament Juni 2008: In der Popularitätsfalle?
The Notwist enttäuschen auf höchstem Niveau
Thomas Claer
Die Erwartungshaltung war einfach riesig. Sechs Jahre hatten The Notwist kein Album mehr veröffentlicht und anderthalb Jahre waren sie mit dem Material im Studio, bis in diesem Frühjahr endlich “The Devil, You + Me” das Licht der Welt erblickte, die erst sechste CD der Combo aus dem oberbayrischen Weilheim in nahezu 20 Jahren Bandgeschichte. Die internationale Musikpresse tat ihr Übriges: Von der besten deutschen Band war allerorts die Rede. Das Feuilleton und selbst das heute-journal waren alarmiert. Und immer wieder wurde die Geschichte erzählt von der Dreiviertelmillion, die ein britisches Telekommunikationsunternehmen der Band 2002 geboten haben soll, wenn sie nur ihren Hit “Pick up that Phone” als Werbesong zur Verfügung stellen würde. Die Musiker lehnten ab. Inzwischen weigert sich die Band, in Interviews über dieses Thema zu sprechen, doch werden die drei langhaarigen Brillenträger im Schlabber-Look längst landauf, landab als unkorrumpierbare Heilige des Pop-Business verehrt. Auch so etwas kann natürlich korrumpieren… Tappen The Notwist also allmählich in die Popularitätsfalle? Fast scheint es so, wenn man den Klängen des neuen Albums lauscht, an die man sich erst gewöhnen muss. Wie auf den drei Vorgängeralben, die nach zwei lärmenden Hardcore-Punk-Frühwerken den Ruhm der Band als deutsche Ausnahme-Gruppe begründeten, wird auf “The Devil, You + Me” weitgehend eine neue musikalische Richtung eingeschlagen, ohne dass man sich vom immer charakteristischen, hinreißend melancholischen Notwist-Sound verabschiedet hätte. Doch anders als auf der fein-kontrastreichen Gitarrenrock-Scheibe “12” (1995), der Jazz und elektronische Avantgarde raffiniert verknüpfenden “Shrink” (1998) und der elektronisch-komplexen “Neon Golden” (2002) gereicht der Band die Erneuerung diesmal nicht unbedingt zum Vorteil. Wir erleben einen bedenklichen Flirt mit dem Orchestralen, manchmal sogar mit dem Bombast. Warum dieser Zuckerguss, warum so dick aufgetragen? Einigen Liedern des Albums (es geht schon los mit dem Opener “Good Lies”) bricht das eindeutig das Genick. Es finden sich aber letztlich dann doch wieder so viele Perlen auf der CD, dass für genug Entschädigung gesorgt ist. An “Hands On Us”, “On Planet Off”, “Alphabet” oder “Boneless” kann man sich einfach nicht satt hören. Das Gesamturteil lautet: voll befriedigend (11 Punkte).
The Notwist
The Devil, You + Me
Big Store/City Slang 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015YBOL4
Justament Juni 2008: Nicht schlecht!
Die Hamburger Schule-Band JaKönigJa auf ihrer fünften Platte
Thomas Claer
Es muss wohl 1997 gewesen sein, in einem kleinen Kulturzentrum in Bielefeld namens Kamp. Die erste Begegnung des Rezensenten mit JaKönigJa (damals schrieben sie sich noch Ja König Ja) verlief nicht unbedingt spektakulär. Nur 20 oder 30 Besucher waren gekommen. Damit es nicht so leer wirken sollte, hatten die Veranstalter unter der Bühne kleine Tische aufgestellt und überall Kerzen angezündet. Das war durchaus passend, denn die vier Musiker auf der Bühne spielten damals etwas, das die Kritiker übereinstimmend als Kammerpop bezeichneten: Begleitet von rein akustischen Instrumenten, nicht einmal ein Schlagzeug gab es, trällerten die Frontleute Ebba Durstewitz und Jakobus Siebels verkopfte Alltagsgeschichten in die Mikrofone, die sie durch ausgedehnte narrative Übergänge und Werkserläuterungen ergänzten. Es war klar: Hier waren intellektuelle Klugscheißer am Werk, Hamburger Schule eben. Diese frühe Phase der 1994 gegründeten Band brachte auf den ersten beiden Alben einige wunderbare Stücke wie “Die Stadt im Sommer”, “Rotkohl” und “Hoffentlich ruft mich niemand an” hervor. Doch sahen sich Ja König Ja zunehmend Vorwürfen der Betulichkeit, der Bravheit, ja des Weicheitums ausgesetzt. Was sich auf “Tiefsee” (1999) schon angekündigt hatte, vollzog man auf der vierten CD “Ebba” (2005) mit aller Entschiedenheit: die Wende zum Lärmigen, Umtriebigen, Schrägen. Nun endlich gab es auch die erhoffte Aufmerksamkeit von Feuilletons und Musikpresse. JaKönigJa wurden Kritikerlieblinge und auch die Verkaufszahlen verbesserten sich. Dabei war “Ebba” nicht unumstritten und konnte einem auch ganz schön auf die Nerven gehen. Auf der “Seilschaft” haben sie nun ein wenig zurückgerudert, sind wieder etwas gefälliger in den Arrangements, was der Platte gut tut. Die bei dieser Band traditionell wichtigen Songtexte changieren aber mehr denn je zwischen Abstraktion und Parolenhaftigkeit und geben der CD – wie auch manche kuriose musikalische Einsprengsel – in der Summe etwas Unentschiedenes, Nervöses, Zerrissenes. Warum machen sie nicht einmal ein ganzes Album wie das punkige “Was noch kein Ende hat”, das es auch bei YouTube zu bestaunen gibt? Darauf werden wir – bei der angenehm zurückhaltenden Veröffentlichungspolitik der Band – aber wohl noch etwas warten müssen. Das Gesamturteil lautet: befriedigend (9 Punkte).
JaKönigJa
Die Seilschaft der Verflixten
Buback Tonträger 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B00139LMEA
Justament Juni 2008: Intellektueller im Netz
Seit fünf Jahren lässt Claus Koch online den “Neuen Phosphoros” erscheinen
Thomas Claer
Was ist ein Intellektueller? Der erste soll Petrarca (1304-1374) gewesen sein, ein abgebrochener Jurastudent (Montpellier, Bologna) und Schriftsteller, nebenbei Begründer des Alpinismus. Schon er war immer voll auf der Höhe seiner Zeit, hatte zu allem und jedem etwas zu sagen und fühlte sich gewissermaßen für den Lauf der Welt verantwortlich. Nun braucht ein Intellektueller aber, um in seinem Sinne wirken zu können, zweierlei: erstens ein Publikum, das aus seinen Worten und Gedanken Nutzen und Belehrung zieht, zweitens ein Medium, durch welches er sein Publikum erst erreichen kann. So nimmt es nicht Wunder, dass die Blütezeit des Intellektuellen jene Epoche war, die – jedenfalls in unseren Sphären – beides auf phantastische Weise zusammenbrachte, das zwanzigste Jahrhundert. Nie zuvor gab es so breite gebildete Schichten, die sich freiwillig und gerne aus berufenem Munde die Welt erklären ließen. Und nie zuvor erblühten die Medien, gedruckt, akustisch und visuell, so prächtig und gaben den Intellektuellen nicht ein, sondern viele Sprachrohre. Längst aber hat diese Entwicklung ihren Zenit überschritten, ja das gänzliche Aussterben der Intellektuellen wird mittlerweile, insbesondere von ihnen selbst, als völlig unabwendbar angesehen. Wir merken es vor allem daran, dass es keine jüngeren Intellektuellen mehr gibt. Hingegen zählen erstaunlich viele Intellektuelle zum Jahrgang 1929: Hans Magnus Enzensberger, Ralf Dahrendorf, Jürgen Habermas – und Claus Koch.
Zwar stand Claus Koch nie so wie seine prominenteren Jahrgangsgenossen in der ersten Reihe, doch kann man ihn, den Journalisten, Essayisten und Publizisten, den LEVIATHAN-Mitbegründer und -redakteur, Sachbuchautor, Kursbuch- und Merkur-Essayisten und schließlich SZ-Kolumnisten (1998-2003) dennoch zu den profiliertesten deutschen Geistesgrößen zählen. Nun ist das fünfjährige Bestehen seiner Internetseite “Der neue Phosphoros” anzuzeigen, auf der er sich seit April 2003 zwei- oder dreiwöchentlich nichts Geringerem widmet als der “Bestimmung der Zeitlage”. Verfahrenstechnisch ist das eine kultivierte Variante des derzeit sehr angesagten Mediums Blog. Inhaltlich wird im “Phosphoros” so ziemlich alles verhandelt, was heute Zeitgenossenschaft ausmacht, vor allem aber die politischen und sozialen Folgen des medizinischen und technischen Fortschritts: Über nichts schreibt Claus Koch lieber als über Biotechnologie und Klonen, Stammzellenforschung, Exogenese und die Entschlüsselung des genetischen Codes. Und unvermeidlich landet er alsbald bei Adipositas, der Abschaffung des Rentners, dem Bürger als Aktionär, der Globalisierung, dem Untergang des amerikanischen Imperiums und der Selbstabschaffung des Staates. Alles denkt er zusammen – im Bewusstsein, dass das eigentlich nicht mehr geht, denn wir befinden uns laut Koch bereits im Zeitalter des Fachmenschen: “Auch für den Streit um Menschenrechte braucht es nunmehr zuerst den Fachmenschen: den Juristen, den Informationsorganisator, den Verwaltungs- und Politik-Techniker und mehr und mehr den Naturwissenschafter und Ingenieur.” Der Intellektuelle wird immer weniger gebraucht. Doch was die Texte des Intellektuellen Claus Koch zu etwas ganz Besonderem macht, ist ihre stilistische Brillanz und Lebendigkeit. Das vielleicht schönste Kompliment machte ihm einst unwissentlich meine Frau. Nach der Lektüre einer seiner Kolumnen in der Süddeutschen vermutete sie aufgrund des Schreibstils, es müsse sich beim Autor um einen jungen Mann handeln…
Claus Koch
Der neue Phosphorus. Analysen und Entgegnungen
Bislang 101 Ausgaben (erscheint 14-tägig)
Kostenlos abrufbar und Abo-Service
http://www.claus-koch.com
http://culturmag.de/litmag/glosse-wolfram-schutte-uber-angelina-jolie-und-claus-koch/71000
Justament April 2008: Schiff ahoi!
Wieder da: Achim Reichels Seemannslieder und Balladen aus den 70ern
Thomas Claer
Da kommt Freude auf. Nach der “Grünen Reise” (siehe Justament 1/08) gibt es jetzt auch die digital remasterte Wiederveröffentlichung der kompletten Seemanslieder- und Balladenphase Achim Reichels zu bestaunen. Es handelt sich um insgesamt vier CDs, jeweils mit aufwändigem Booklet versehen. Zunächst ist da das “Shanty Alb’m” von 1976, auf dem der Meister hochbetagte Songs aus dem maritimen Umfeld (“Rolling Home”) mit recht schroffen und bisweilen regelrecht bösen Gitarrenriffs unterlegt. Nur einmal wurde das Programm damals mit Piraten-Kostümierung und folkloristischen Instrumenten in einem Hamburger Theater aufgeführt. Einige Shanty-Puristen, die sich in der Veranstaltung geirrt hatten, reagierten verstört. Ein größeres Publikum gab es für diese lange als Geheimtipp gehandelte Musik erst in den Neunzigern, als Reichel mit dem Party-Kracher Aloha Heja He die Hitparaden stürmte und die Konzertbesucher plötzlich nach den alten Stücken verlangten.
Die dem Shanty Alb’m folgende und konzeptionell ähnlich gestrickte Platte “Klabautermann” (1977) kann nicht minder überzeugen und wendet sich mit einer Christian Morgenstern-Vertonung (“Sophie, mein Henkersmädel”) erstmals auch literarischen Quellen zu.
Es folgt das ausschließlich klassische Balladen adaptierende Album “Regenballade” (1978), ein weiteres Meisterwerk, in welchem Theodor Fontane, Detlef von Liliencron, Ina Seidel und viele andere ein manchmal rockiges, oft aber auch eher subtiles Gewand erhalten.
Nach dieser Trilogie ging Achim Reichel lange Zeit andere Wege und kam erst 2002 mit der CD “Wilder Wassermann” (u.a. mit Goethes “Erlkönig”) zurück ins alte Fahrwasser. Doch nur in wenigen Liedern fand er wieder zur alten Klasse zurück. Gleichwohl lautet das Gesamturteil: gut (15 Punkte).
Achim Reichel
Dat Shanty Alb’m
Tangram (Indigo) 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015S8166
Achim Reichel
Klabautermann
Tangram (Indigo) 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015S816G
Achim Reichel
Regenballade
Tangram (Indigo) 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015S816Q
Achim Reichel
Wilder Wassermann
Tangram (Indigo) 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015S8170
Justament April 2008: Schluss mit niedlich
Eine wenig begeisternde Suzanne Vega auf “Beauty & Crime”
Thomas Claer
Wer Suzanne Vega von ihren früheren Werken kennt, wird schwerlich umhinkommen, sie als charmant zu bezeichnen. Dieses Urteil trifft aber in erster Linie ihren charakteristischen Gesangsstil, denn erst dieser komplettiert ihr zartes Gitarrenspiel und ihre zerbrechliche Erscheinung auf das Vollkommenste. Beim ersten Album (1985) klampfte sie noch – allerdings viel leiser und vorsichtiger als, sagen wir, Wolf Biermann – allein auf der Gitarre. Der Nachfolger “Solitude Standing” (1987) hatte infolge schauerlicher 80er-Jahre-Keyboards und Synthesizer zwar peinliche Momente, enthielt aber dafür so großartige Songs wie “Toms Diner”, das ihr ein paar Jahre später als zweifelhafter “DNA-Remix” neue Popularität bescherte. Der künstlerische Höhepunkt war vielleicht ihr viertes Album “99.9 F” (1992), auf dem sie sehr geschmackvoll und diskret mit elektronischen Effekten experimentierte. Als erste Worte hauchte sie: “Excuse me, if I turn your attention …”. Damals war das perfektes Understatement, heute wäre eine solche Warnung schon eher angebracht. Zwar war Frau Vegas Veröffentlichungspolitik vorbildlich sparsam: “Beauty & Crime” ist erst ihr siebtes Album in 33 Jahren. Aber es ist, wenn nicht alles täuscht, ihr schwächstes. Das Positive ist schnell genannt: Ihre Stimme ist noch immer ganz wunderbar und auch das Gitarrenspielen verlernt man eben nicht so schnell. Aber mit dem kreativen Songwriting der frühen Jahre hat das leider nicht mehr viel zu tun. Das klang noch auf dem Vorgängeralbum “Songs in red and grey” ganz anders. Trug damals noch eine erkennbar gereifte Künstlerin stilsicher neue Songs vor, wirkt die neue CD seltsam ideen- und orientierungslos. Die Lieder gehen nicht ins Ohr, der Funke will einfach nicht überspringen. Nota bene: Man muss Suzanne Vega an ihrem eigenen hohen Maßstab messen. Die große Masse der heutigen Newcomer ist mangels Talent auch von einem “Beauty & Crime” weit entfernt. Das Gesamturteil lautet: ausreichend (6 Punkte).
Suzanne Vega
Beauty & Crime
Blue Note (EMI) 2007
Ca. EUR 17,00
ASIN: B000H6SU9A
Justament April 2008: Triumph des Rechtsstaats
SZ-Feuilletonist Willi Winkler schreibt die Geschichte der RAF
Thomas Claer
Willi Winkler, geboren 1957, ist der Gott des Spaß-Feuilletons. Wie kein anderer der schreibenden Zunft verkörpert er die ironische Weltsicht schlechthin, zugleich aber auch das ewig Subversive. Nichts ist ihm heilig, alles zieht er ins Lächerliche. Großzügigkeit ist seine Sache dabei keineswegs, eher eine geradezu verbissene Detailbesessenheit. In der Süddeutschen haben sie ihn inzwischen vorwiegend auf die Medienseite verbannt, wo er sich u.a. an den Zumutungen des deutschen Fernsehprogramms abarbeiten darf. Gut zupass kommt ihm hier seine herzliche Boshaftigkeit, und so mancher fürchtet seine scharfzüngigen Verrisse. Für Dampfpolemiker Henryk Broder ist er “ein Asket, der von schwarzem Kaffee und filterlosen Zigaretten lebt, ein kleiner Samurai, der sich züchtigt, bevor er andere peinigt.” Kann so einer, von dem bisher kaum ein ironiefreier Feuilleton-Satz überliefert ist, überhaupt seriöse Sachbücher schreiben? Er kann, das beweist nach “Bob Dylan” (2001), “Kino” (2002) und “Karl Philipp Moritz” (2006) nun auch “Die Geschichte der RAF”.
Selbstredend geht es Winkler in seinem bislang ambitioniertesten und voluminösesten Werk um keine bloße Chronologie der Ereignisse. Vielmehr hat er sich auch deren Deutung bis hin zu den vielen noch immer offenen Streitfragen auf die Fahne geschrieben. Wer war wann wo genau dabei? Waren die Selbstmorde in Stammheim tatsächlich welche? Was geschah wirklich auf dem Bahnhof in Bad Kleinen? Winkler untersucht all das mit einer – insbesondere für seine Verhältnisse – bemerkenswerten Sachlichkeit, räumt auch – wo nötig energisch – mit Legenden auf. So stützen seine Recherchen zwar im Wesentlichen die offizielle Geschichtsschreibung, doch attestiert er den staatlichen Organen nicht selten Schlamperei und Fahrlässigkeit, die der Legendenbildung erst richtig Vorschub leisten konnten.
Mit sichtlichem Vergnügen fängt der Verfasser das spezifisch altbundesrepublikanische Milieu ein, in welchem die RAF erst wachsen und gedeihen konnte: Auf der einen Seite die altbackene und selbstgerechte, autoritäre und naziverstrickte Mehrheitsgesellschaft und als deren Speerspitze die immer wieder genüsslich zitierte BILD. Auf der anderen Seite die von sich und ihrer Bedeutsamkeit berauschte Studentenbewegung, die ein Klima des Fanatismus erzeugte, in welchem sich ein paar versprengte Wirrköpfe als Vollstrecker des historisch Notwendigen fühlen konnten. So wird der damalige Terroristen-Strafverteidiger und spätere Innenminister Otto Schily mit Worten zitiert, die er heute nicht mehr bestätigen mag: “Alle rechtsstaatlichen Errungenschaften beruhen auf revolutionärer Gewalt.” Klar sei die RAF eine Verbrecherbande gewesen, so Winkler, aber eben nicht nur. Seine These ist, dass der wehrhafte westdeutsche Staat in seiner Unerbittlichkeit gegenüber allem Abweichenden nicht wenig zur späteren Eskalation der Gewalt beigetragen hat. Doch habe der Rechtsstaat dadurch einen großen Sieg errungen, dass er – entgegen dem Kalkül der Terroristen – gerade nicht zum Polizeistaat geworden ist. Schließlich kann dem Buch ein Vorwurf nicht erspart werden: dass – warum auch immer, jedenfalls bedauerlicherweise – an einem Personenregister gespart wurde. Hätte Willi Winkler sein Buch an dieser Stelle selbst rezensiert, dann hätte er gewiss noch mehr Tadelnswertes beanstandet. Er findet ja immer ein Haar in der Suppe. Aber uns hat es eben gefallen, was soll man machen?
Willi Winkler
Die Geschichte der RAF
Rowohlt Verlag Berlin 2007
528 Seiten, 22,90 €
ISBN-10: 3871345105
Justament März 2008: Land der Extreme
Eine vergleichende rechtskulturelle Betrachtung
Thomas Claer
Ein wenig vereinfachend könnte man sagen: Das heutige Deutschland zerfällt rechtskulturell gesehen in zwei heterogene Teile, nämlich in seine Hauptstadt Berlin einerseits und den Rest der Republik andererseits. Exemplarisch soll zum Beleg dieser These ein punktueller Vergleich der Bundeshauptstadt mit der – wie man sagt – durchschnittlichsten aller deutschen Städte dienen, in welche es den Verfasser während seines Jurastudiums so zufälliger- wie unglücklicherweise verschlagen hatte. Die Rede ist von Bielefeld, der Stadt am Teutoburger Wald, wo meine heutige Frau und ich die Wohnzeit im Studentenwohnheim irgendwann nicht mehr weiter verlängern konnten und uns eine Genossenschaftswohnung am Stadtrand suchten.
Putzorgien in Bielefeld
Man hatte uns gewarnt, die Gegend sei ein sozialer Brennpunkt, hieß es. Aber die schöne, große und billige Wohnung und die Lage direkt am Wald waren doch zu verführerisch. Schon bald nach dem Einzug mussten wir feststellen, dass in jenem Hause eine weit über siebzigjährige Dame, nennen wir sie Frau Kurz, als Hausordnungsverantwortliche der Genossenschaft ein gar strenges Regiment führte. Von Anbeginn nahm sie uns unter ihre Fittiche und erklärte uns genau, was wir laut Hausordnung nun alles im Hause und drum herum zu tun haben würden. Und das war weiß Gott nicht wenig: Alle zwei Wochen war man jeweils mittwochs und samstags dran mit dem Treppenhausdienst, der aus Treppefegen, Treppe feucht wischen und dazu noch Fensterputzen bestand. Mit Huschhusch war es da nicht getan. Auch die zumeist offensichtliche Sauberkeit des Treppenhauses und erst recht die der Fenster war nicht ausschlaggebend. Frau Kurz wachte unerbittlich darüber, dass alle Arbeiten umfassend und gründlich ausgeführt wurden. Es gehe ja nicht allein um den Schmutz, sondern vor allem um den Staub, belehrte sie uns. Recht häufig klingelte sie auch an unserer Wohnungstür, um uns ihre Beanstandungen unserer Arbeiten mitzuteilen oder uns zu verdächtigen, diese nicht oder nicht fristgerecht ausgeführt zu haben. Und noch viel grotesker war es mit den anderen Verpflichtungen: Zweimal im Jahr musste jeder Wohnungsbesitzer den gesamten Gemeinschaftskeller auswischen. Nie konnte ich einen Unterschied zwischen Vorher- und Nachherzustand feststellen. Frau Kurz aber merkte sofort, wenn man sich auch nur einmal drücken wollte. Und dann die Gehwege vor dem Haus: Da war man alle sechs Wochen dran. Ein einziges Mal in vier Jahren fand ich ein weggeworfenes Stück Papier, ansonsten fegten wir jeweils fast eine Stunde lang vereinzelte Sandkörner zusammen. Und alle Nachbarn machten mit bei der wöchentlichen Reinigung des ohnehin immer wie geleckt aussehenden Umfelds. Niemand außer uns schien sich an diesem Irrsinn zu stören. Hilfe, wo waren wir gelandet?
Schmuddelkram in Berlin
Das vollständige Kontrastprogramm erleben wir seit unserem Umzug nach Berlin vor gut fünf Jahren. Auch hier zogen wir in eine einfache Wohnlage: schöne große Wohnung, billige Miete. Zuerst staunten wir, dass der Hauswart der Genossenschaft die Treppe selbst putzte: “Sonst macht det ja keener”, antwortete er auf unsere Anfrage. Auch andere Putzverpflichtungen der Mieter waren hier unbekannt. Wie schön, dachten wir, und genossen unsere neue Freiheit. Doch bemerkten wir schon bald, dass man hier – anders als in Bielefeld – nun wirklich mal häufiger die Gehwege fegen müsste. Überall lagen weggeworfene Plastikbeutel, Werbezettel, Imbisstüten, Essensreste und sonstiger Müll auf den Straßen und Wegen – im reinen Wohngebiet wohlgemerkt. Wenn die Stadtreinigung, zu deren Aufgaben die Säuberung der Gehwege gehörte, wieder mal da war, war es sauber – aber das hielt, vor allem im Sommer, höchstens für einen Tag. Und manchmal sah man sogar Ratten, die sich an den Essensresten erfreuten. Wenn das unsere Frau Kurz sehen würde, die fiele sofort in Ohnmacht, dachten wir oft. Wer macht das bloß, fragten wir uns, bis wir einmal eine Gruppe südländisch aussehender Jugendlicher sahen, die ihre Plastikbecher vom Imbiss einfach fallen ließen. Politische Korrektheit hin oder her, nun glaubten wir, die Schuldigen gefunden zu haben: Die Türken mussten es sein. Doch in unserem anschließenden Türkeiurlaub konnten wir feststellen: überall nur strahlende Sauberkeit. Und in den zentralen Berliner Ostbezirken registrierten wir schließlich ebenfalls öfter Bilder der Verwüstung. Auch fiel uns ein, dass es damals in Bielefeld ein türkischer Mann vom Nebenaufgang gewesen war, der uns energisch dazu aufgefordert hatte, auch noch die andere saubere Hälfte des Gehwegs zu fegen, da sie noch zu unserem Gebiet gehöre. Dann sind es eben ganz allgemein die Jugendlichen, meinten wir nun, bis wir in einem angesagten Szeneviertel, allerdings spät am Abend, Zeuge wurden, wie ein gar nicht schlecht gekleideter, gewiss über vierzigjähriger Mann mitten auf den Gehweg einen großen braunen Haufen setzte. Einfach so. Langsam wurde uns nun auch klar, dass der penetrante Uringeruch in unserem Kellereingang nicht, wie wir anfangs glaubten, zwangsläufig von einem Hund stammen musste. Und auch am S-Bahnhof der nicht mehr ganz so schlechten Gegend, in die wir vor einem Jahr gezogen sind, sieht man täglich Männer jeden Alters und jeder Herkunft am helllichten Tage urinieren. Einmal hielt ein Taxifahrer dort, stieg aus, pinkelte gegen die Hecke und fuhr anschließend weiter. Alle hier finden das ganz normal. Als ein offensichtlicher Berlin-Neuling sich abfällig über die Vermüllung eines S-Bahn-Wagens äußerte, wies ihn ein anderer Fahrgast zurecht: “Det is hier die S-Bahn und keen Museum. Wo jehobelt wird, da fallen Späne.” Nur selten stört sich jemand daran, wenn z.B. wieder einer ins Treppenhaus gepinkelt hat, und hängt einen bösen Zettel an die Wand (siehe Foto).
Bielefeld und Berlin – der Gegensatz könnte nicht stärker sein. Deutschland ist ein Land der Extreme.


