Justament Juni 2008: In der Popularitätsfalle?

The Notwist enttäuschen auf höchstem Niveau

Thomas Claer

Notwist Devil CoverDie Erwartungshaltung war einfach riesig. Sechs Jahre hatten The Notwist kein Album mehr veröffentlicht und anderthalb Jahre waren sie mit dem Material im Studio, bis in diesem Frühjahr endlich “The Devil, You + Me” das Licht der Welt erblickte, die erst sechste CD der Combo aus dem oberbayrischen Weilheim in nahezu 20 Jahren Bandgeschichte. Die internationale Musikpresse tat ihr Übriges: Von der besten deutschen Band war allerorts die Rede. Das Feuilleton und selbst das heute-journal waren alarmiert. Und immer wieder wurde die Geschichte erzählt von der Dreiviertelmillion, die ein britisches Telekommunikationsunternehmen der Band 2002 geboten haben soll, wenn sie nur ihren Hit “Pick up that Phone” als Werbesong zur Verfügung stellen würde. Die Musiker lehnten ab. Inzwischen weigert sich die Band, in Interviews über dieses Thema zu sprechen, doch werden die drei langhaarigen Brillenträger im Schlabber-Look längst landauf, landab als unkorrumpierbare Heilige des Pop-Business verehrt. Auch so etwas kann natürlich korrumpieren… Tappen The Notwist also allmählich in die Popularitätsfalle? Fast scheint es so, wenn man den Klängen des neuen Albums lauscht, an die man sich erst gewöhnen muss. Wie auf den drei Vorgängeralben, die nach zwei lärmenden Hardcore-Punk-Frühwerken den  Ruhm der Band als deutsche Ausnahme-Gruppe begründeten, wird auf “The Devil, You + Me” weitgehend eine neue musikalische Richtung eingeschlagen, ohne dass man sich vom immer charakteristischen, hinreißend melancholischen Notwist-Sound verabschiedet hätte. Doch anders als auf der fein-kontrastreichen Gitarrenrock-Scheibe “12” (1995), der Jazz und elektronische Avantgarde raffiniert verknüpfenden “Shrink” (1998) und der elektronisch-komplexen “Neon Golden” (2002) gereicht der Band die Erneuerung diesmal nicht unbedingt zum Vorteil. Wir erleben einen bedenklichen Flirt mit dem Orchestralen, manchmal sogar mit dem Bombast. Warum dieser Zuckerguss, warum so dick aufgetragen? Einigen Liedern des Albums (es geht schon los mit dem Opener “Good Lies”) bricht das eindeutig das Genick. Es finden sich aber letztlich dann doch wieder so viele Perlen auf der CD, dass für genug Entschädigung gesorgt ist. An “Hands On Us”, “On Planet Off”, “Alphabet” oder “Boneless” kann man sich einfach nicht satt hören. Das Gesamturteil lautet: voll befriedigend (11 Punkte).

The Notwist
The Devil, You  + Me
Big Store/City Slang 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015YBOL4

Justament Juni 2008: Nicht schlecht!

Die Hamburger Schule-Band JaKönigJa auf ihrer fünften Platte

Thomas Claer

JaKönigJa CoverEs muss wohl 1997 gewesen sein, in einem kleinen Kulturzentrum in Bielefeld namens Kamp. Die erste Begegnung des Rezensenten mit JaKönigJa (damals schrieben sie sich noch Ja König Ja) verlief nicht unbedingt spektakulär. Nur 20 oder 30 Besucher waren gekommen. Damit es nicht so leer wirken sollte, hatten die Veranstalter unter der Bühne kleine Tische aufgestellt und überall Kerzen angezündet. Das war durchaus passend, denn die vier Musiker auf der Bühne spielten damals etwas, das die Kritiker übereinstimmend als Kammerpop bezeichneten: Begleitet von rein akustischen Instrumenten, nicht einmal ein Schlagzeug gab es, trällerten die Frontleute Ebba Durstewitz und Jakobus Siebels verkopfte Alltagsgeschichten in die Mikrofone, die sie durch ausgedehnte narrative Übergänge und Werkserläuterungen ergänzten. Es war klar: Hier waren intellektuelle Klugscheißer am Werk, Hamburger Schule eben. Diese frühe Phase der 1994 gegründeten Band brachte auf den ersten beiden Alben einige wunderbare Stücke wie “Die Stadt im Sommer”, “Rotkohl” und “Hoffentlich ruft mich niemand an” hervor. Doch sahen sich Ja König Ja zunehmend Vorwürfen der Betulichkeit, der Bravheit, ja des Weicheitums ausgesetzt. Was sich auf “Tiefsee” (1999) schon angekündigt hatte, vollzog man auf der vierten CD “Ebba” (2005) mit aller Entschiedenheit: die Wende zum Lärmigen, Umtriebigen, Schrägen. Nun endlich gab es auch die erhoffte Aufmerksamkeit von Feuilletons und Musikpresse. JaKönigJa wurden Kritikerlieblinge und auch die Verkaufszahlen verbesserten sich. Dabei war “Ebba” nicht unumstritten und konnte einem auch ganz schön auf die Nerven gehen. Auf der “Seilschaft” haben sie nun ein wenig zurückgerudert, sind wieder etwas gefälliger in den Arrangements, was der Platte gut tut. Die bei dieser Band traditionell wichtigen Songtexte changieren aber mehr denn je zwischen Abstraktion und Parolenhaftigkeit und geben der CD – wie auch manche kuriose musikalische Einsprengsel – in der Summe etwas Unentschiedenes, Nervöses, Zerrissenes. Warum machen sie nicht einmal ein ganzes Album wie das punkige “Was noch kein Ende hat”, das es auch bei YouTube zu bestaunen gibt? Darauf werden wir – bei der angenehm zurückhaltenden Veröffentlichungspolitik der Band – aber wohl noch etwas warten müssen. Das Gesamturteil lautet: befriedigend (9 Punkte).

JaKönigJa
Die Seilschaft der Verflixten
Buback Tonträger 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B00139LMEA

Justament Juni 2008: Intellektueller im Netz

Seit fünf Jahren lässt Claus Koch online den “Neuen Phosphoros” erscheinen

Thomas Claer

Claus KochWas ist ein Intellektueller? Der erste soll Petrarca (1304-1374) gewesen sein, ein abgebrochener Jurastudent (Montpellier, Bologna) und Schriftsteller, nebenbei Begründer des Alpinismus. Schon er war immer voll auf der Höhe seiner Zeit, hatte zu allem und jedem etwas zu sagen und fühlte sich gewissermaßen für den Lauf der Welt verantwortlich. Nun braucht ein Intellektueller aber, um in seinem Sinne wirken zu können, zweierlei: erstens ein Publikum, das aus seinen Worten und Gedanken Nutzen und Belehrung zieht, zweitens ein Medium, durch welches er sein Publikum erst erreichen kann. So nimmt es nicht Wunder, dass die Blütezeit des Intellektuellen jene Epoche war, die – jedenfalls in unseren Sphären – beides auf phantastische Weise zusammenbrachte, das zwanzigste Jahrhundert. Nie zuvor gab es so breite gebildete Schichten, die sich freiwillig und gerne aus berufenem Munde die Welt erklären ließen. Und nie zuvor erblühten die Medien, gedruckt, akustisch und visuell, so prächtig und gaben den Intellektuellen nicht ein, sondern viele Sprachrohre. Längst aber hat diese Entwicklung ihren Zenit überschritten, ja das gänzliche Aussterben der Intellektuellen wird mittlerweile, insbesondere von ihnen selbst, als völlig unabwendbar angesehen. Wir merken es vor allem daran, dass es keine jüngeren Intellektuellen mehr gibt. Hingegen zählen erstaunlich viele Intellektuelle zum Jahrgang 1929: Hans Magnus Enzensberger, Ralf Dahrendorf, Jürgen Habermas – und Claus Koch.
Zwar stand Claus Koch nie so wie seine prominenteren Jahrgangsgenossen in der ersten Reihe, doch kann man ihn, den Journalisten, Essayisten und Publizisten, den LEVIATHAN-Mitbegründer und -redakteur, Sachbuchautor, Kursbuch- und Merkur-Essayisten und schließlich SZ-Kolumnisten (1998-2003) dennoch zu den profiliertesten deutschen Geistesgrößen zählen. Nun ist das fünfjährige Bestehen seiner Internetseite “Der neue Phosphoros” anzuzeigen, auf der er sich seit April 2003 zwei- oder dreiwöchentlich nichts Geringerem widmet als der “Bestimmung der Zeitlage”. Verfahrenstechnisch ist das eine kultivierte Variante des derzeit sehr angesagten Mediums Blog. Inhaltlich wird im “Phosphoros” so ziemlich alles verhandelt, was heute Zeitgenossenschaft ausmacht, vor allem aber die politischen und sozialen Folgen des medizinischen und technischen Fortschritts: Über nichts schreibt Claus Koch lieber als über Biotechnologie und Klonen, Stammzellenforschung, Exogenese und die Entschlüsselung des genetischen Codes. Und unvermeidlich landet er alsbald bei Adipositas, der Abschaffung des Rentners, dem Bürger als Aktionär, der Globalisierung, dem Untergang des amerikanischen Imperiums und der Selbstabschaffung des Staates. Alles denkt er zusammen – im Bewusstsein, dass das eigentlich nicht mehr geht, denn wir befinden uns laut Koch bereits im Zeitalter des Fachmenschen: “Auch für den Streit um Menschenrechte braucht es nunmehr zuerst den Fachmenschen: den Juristen, den Informationsorganisator, den Verwaltungs- und Politik-Techniker und mehr und mehr den Naturwissenschafter und Ingenieur.” Der Intellektuelle wird immer weniger gebraucht. Doch was die Texte des Intellektuellen Claus Koch zu etwas ganz Besonderem macht, ist ihre stilistische Brillanz und Lebendigkeit. Das vielleicht schönste Kompliment machte ihm einst unwissentlich meine Frau. Nach der Lektüre einer seiner Kolumnen in der Süddeutschen vermutete sie aufgrund des Schreibstils, es müsse sich beim Autor um einen jungen Mann handeln…

Claus Koch
Der neue Phosphorus. Analysen und Entgegnungen
Bislang 101 Ausgaben (erscheint 14-tägig)
Kostenlos abrufbar und Abo-Service
http://www.claus-koch.com

http://culturmag.de/litmag/glosse-wolfram-schutte-uber-angelina-jolie-und-claus-koch/71000

 

Justament April 2008: Schiff ahoi!

Wieder da: Achim Reichels Seemannslieder und Balladen aus den 70ern

Thomas Claer

Cover ShantyDa kommt Freude auf. Nach der “Grünen Reise” (siehe Justament 1/08) gibt es jetzt auch die digital remasterte Wiederveröffentlichung der kompletten Seemanslieder- und Balladenphase Achim Reichels zu bestaunen. Es handelt sich um insgesamt vier CDs, jeweils mit aufwändigem Booklet versehen. Zunächst ist da das “Shanty Alb’m” von 1976, auf dem der Meister hochbetagte Songs aus dem maritimen Umfeld (“Rolling Home”) mit recht schroffen und bisweilen regelrecht bösen Gitarrenriffs unterlegt. Nur einmal wurde das Programm damals mit Piraten-Kostümierung und folkloristischen Instrumenten in einem Hamburger Theater aufgeführt. Einige Shanty-Puristen, die sich in der Veranstaltung geirrt hatten, reagierten verstört. Ein größeres Publikum gab es für diese lange als Geheimtipp gehandelte Musik erst in den Neunzigern, als Reichel mit dem Party-Kracher Aloha Heja He die Hitparaden stürmte und die Konzertbesucher plötzlich nach den alten Stücken verlangten.

Die dem Shanty Alb’m folgende und konzeptionell ähnlich gestrickte Platte “Klabautermann” (1977) kann nicht minder überzeugen und wendet sich mit einer Christian Morgenstern-Vertonung (“Sophie, mein Henkersmädel”) erstmals auch literarischen Quellen zu.

Es folgt das ausschließlich klassische Balladen adaptierende Album “Regenballade” (1978), ein weiteres Meisterwerk, in welchem Theodor Fontane, Detlef von Liliencron, Ina Seidel und viele andere ein manchmal rockiges, oft aber auch eher subtiles Gewand erhalten.

Nach dieser Trilogie ging Achim Reichel lange Zeit andere Wege und kam erst 2002 mit der CD “Wilder Wassermann” (u.a. mit Goethes “Erlkönig”) zurück ins alte Fahrwasser. Doch nur in wenigen Liedern fand er wieder zur alten Klasse zurück. Gleichwohl lautet das Gesamturteil: gut (15 Punkte).

Achim Reichel
Dat Shanty Alb’m
Tangram (Indigo) 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015S8166

Cover Klabautermann

Achim Reichel
Klabautermann
Tangram (Indigo) 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015S816G

Cover Regenballade

Achim Reichel
Regenballade
Tangram (Indigo) 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015S816Q

Cover Wilder Wassermann

Achim Reichel
Wilder Wassermann
Tangram (Indigo) 2008
Ca. EUR 17,00
ASIN: B0015S8170

Justament April 2008: Schluss mit niedlich

Eine wenig begeisternde Suzanne Vega auf “Beauty & Crime”  

Thomas Claer

Cover VegaWer Suzanne Vega von ihren früheren Werken kennt, wird schwerlich umhinkommen, sie als charmant zu bezeichnen. Dieses Urteil trifft aber in erster Linie ihren charakteristischen Gesangsstil, denn erst dieser komplettiert ihr zartes Gitarrenspiel und ihre zerbrechliche Erscheinung auf das Vollkommenste. Beim ersten Album (1985) klampfte sie noch – allerdings viel leiser und vorsichtiger als, sagen wir, Wolf Biermann – allein auf der Gitarre. Der Nachfolger “Solitude Standing” (1987) hatte infolge schauerlicher 80er-Jahre-Keyboards und Synthesizer zwar peinliche Momente, enthielt aber dafür so großartige Songs wie “Toms Diner”, das ihr ein paar Jahre später als zweifelhafter “DNA-Remix” neue Popularität bescherte. Der künstlerische Höhepunkt war vielleicht ihr viertes Album “99.9 F” (1992), auf dem sie sehr geschmackvoll und diskret mit elektronischen Effekten experimentierte. Als erste Worte hauchte sie: “Excuse me, if I turn your attention …”. Damals war das perfektes Understatement, heute wäre eine solche Warnung schon eher angebracht. Zwar war Frau Vegas Veröffentlichungspolitik vorbildlich sparsam: “Beauty & Crime” ist erst ihr siebtes Album in 33 Jahren. Aber es ist, wenn nicht alles täuscht, ihr schwächstes. Das Positive ist schnell genannt: Ihre Stimme ist noch immer ganz wunderbar und auch das Gitarrenspielen verlernt man eben nicht so schnell. Aber mit dem kreativen Songwriting der frühen Jahre hat das leider nicht mehr viel zu tun. Das klang noch auf dem Vorgängeralbum “Songs in red and grey” ganz anders. Trug damals noch eine erkennbar gereifte Künstlerin stilsicher neue Songs vor, wirkt die neue CD seltsam ideen- und orientierungslos. Die Lieder gehen nicht ins Ohr, der Funke will einfach nicht überspringen. Nota bene: Man muss Suzanne Vega an ihrem eigenen hohen Maßstab messen. Die große Masse der heutigen Newcomer ist mangels Talent auch von einem  “Beauty & Crime” weit entfernt. Das Gesamturteil lautet: ausreichend (6 Punkte).

Suzanne Vega
Beauty & Crime
Blue Note (EMI) 2007
Ca. EUR 17,00
ASIN: B000H6SU9A

Justament April 2008: Triumph des Rechtsstaats

SZ-Feuilletonist Willi Winkler schreibt die Geschichte der RAF

Thomas Claer

Cover WinklerWilli Winkler, geboren 1957, ist der Gott des Spaß-Feuilletons. Wie kein anderer der schreibenden Zunft verkörpert er die ironische Weltsicht schlechthin, zugleich aber auch das ewig Subversive. Nichts ist ihm heilig, alles zieht er ins Lächerliche. Großzügigkeit ist seine Sache dabei keineswegs, eher eine geradezu verbissene Detailbesessenheit. In der Süddeutschen haben sie ihn inzwischen vorwiegend auf die Medienseite verbannt, wo er sich u.a. an den Zumutungen des deutschen Fernsehprogramms abarbeiten darf. Gut zupass kommt ihm hier seine herzliche Boshaftigkeit, und so mancher fürchtet seine scharfzüngigen Verrisse. Für Dampfpolemiker Henryk Broder ist er “ein Asket, der von schwarzem Kaffee und filterlosen Zigaretten lebt, ein kleiner Samurai, der sich züchtigt, bevor er andere peinigt.” Kann so einer, von dem bisher kaum ein ironiefreier Feuilleton-Satz überliefert ist, überhaupt seriöse Sachbücher schreiben? Er kann, das beweist nach “Bob Dylan” (2001), “Kino” (2002) und “Karl Philipp Moritz” (2006) nun auch “Die Geschichte der RAF”.
Selbstredend geht es Winkler in seinem bislang ambitioniertesten und voluminösesten Werk um keine bloße Chronologie der Ereignisse. Vielmehr hat er sich auch deren Deutung bis hin zu den vielen noch immer offenen Streitfragen auf die Fahne geschrieben. Wer war wann wo genau dabei? Waren die Selbstmorde in Stammheim tatsächlich welche? Was geschah wirklich auf dem Bahnhof in Bad Kleinen? Winkler untersucht all das mit einer – insbesondere für seine Verhältnisse – bemerkenswerten Sachlichkeit, räumt auch – wo nötig energisch – mit Legenden auf. So stützen seine Recherchen zwar im Wesentlichen die offizielle Geschichtsschreibung, doch attestiert er den staatlichen Organen nicht selten Schlamperei und Fahrlässigkeit, die der Legendenbildung erst richtig Vorschub leisten konnten.
Mit sichtlichem Vergnügen fängt der Verfasser das spezifisch altbundesrepublikanische Milieu ein, in welchem die RAF erst wachsen und gedeihen konnte: Auf der einen Seite die altbackene und selbstgerechte, autoritäre und naziverstrickte Mehrheitsgesellschaft und als deren Speerspitze die immer wieder genüsslich zitierte BILD. Auf der anderen Seite die von sich und ihrer Bedeutsamkeit berauschte Studentenbewegung, die ein Klima des Fanatismus erzeugte, in welchem sich ein paar versprengte Wirrköpfe als Vollstrecker des historisch Notwendigen fühlen konnten. So wird der damalige Terroristen-Strafverteidiger und spätere Innenminister Otto Schily mit Worten zitiert, die er heute nicht mehr bestätigen mag: “Alle rechtsstaatlichen Errungenschaften beruhen auf revolutionärer Gewalt.” Klar sei die RAF eine Verbrecherbande gewesen, so Winkler, aber eben nicht nur. Seine These ist, dass der wehrhafte westdeutsche Staat in seiner Unerbittlichkeit gegenüber allem Abweichenden nicht wenig zur späteren Eskalation der Gewalt beigetragen hat. Doch habe der Rechtsstaat dadurch einen großen Sieg errungen, dass er – entgegen dem Kalkül der Terroristen – gerade nicht zum Polizeistaat geworden ist. Schließlich kann dem Buch ein Vorwurf nicht erspart werden: dass – warum auch immer, jedenfalls bedauerlicherweise – an einem Personenregister gespart wurde. Hätte Willi Winkler sein Buch an dieser Stelle selbst rezensiert, dann hätte er gewiss noch mehr Tadelnswertes beanstandet. Er findet ja immer ein Haar in der Suppe. Aber uns hat es eben gefallen, was soll man machen?

Willi Winkler
Die Geschichte der RAF
Rowohlt Verlag Berlin 2007
528 Seiten, 22,90 €
ISBN-10: 3871345105

Justament März 2008: Land der Extreme

Eine vergleichende rechtskulturelle Betrachtung

Thomas Claer

28 DRUM HERUM TC Land der Extreme FotoEin wenig vereinfachend könnte man sagen: Das heutige Deutschland zerfällt rechtskulturell gesehen in zwei heterogene Teile, nämlich in seine Hauptstadt Berlin einerseits und den Rest der Republik andererseits. Exemplarisch soll zum Beleg dieser These ein punktueller Vergleich der Bundeshauptstadt mit der – wie man sagt – durchschnittlichsten aller deutschen Städte dienen, in welche es den Verfasser während seines Jurastudiums so zufälliger- wie unglücklicherweise verschlagen hatte. Die Rede ist von Bielefeld, der Stadt am Teutoburger Wald, wo meine heutige Frau und ich die Wohnzeit im Studentenwohnheim irgendwann nicht mehr weiter verlängern konnten und uns eine Genossenschaftswohnung am Stadtrand suchten.

Putzorgien in Bielefeld
Man hatte uns gewarnt, die Gegend sei ein sozialer Brennpunkt, hieß es. Aber die schöne, große und billige Wohnung und die Lage direkt am Wald waren doch zu verführerisch. Schon bald nach dem Einzug mussten wir feststellen, dass in jenem Hause eine weit über siebzigjährige Dame, nennen wir sie Frau Kurz, als Hausordnungsverantwortliche der Genossenschaft ein gar strenges Regiment führte. Von Anbeginn nahm sie uns unter ihre Fittiche und erklärte uns genau, was wir laut Hausordnung nun alles im Hause und drum herum zu tun haben würden. Und das war weiß Gott nicht wenig: Alle zwei Wochen war man jeweils mittwochs und samstags dran mit dem Treppenhausdienst, der aus Treppefegen, Treppe feucht wischen und dazu noch Fensterputzen bestand. Mit Huschhusch war es da nicht getan. Auch die zumeist offensichtliche Sauberkeit des Treppenhauses und erst recht die der Fenster war nicht ausschlaggebend. Frau Kurz wachte unerbittlich darüber, dass alle Arbeiten umfassend und gründlich ausgeführt wurden. Es gehe ja nicht allein um den Schmutz, sondern vor allem um den Staub, belehrte sie uns. Recht häufig klingelte sie auch an unserer Wohnungstür, um uns ihre Beanstandungen unserer Arbeiten mitzuteilen oder uns zu verdächtigen, diese nicht oder nicht fristgerecht ausgeführt zu haben. Und noch viel grotesker war es mit den anderen Verpflichtungen: Zweimal im Jahr musste jeder Wohnungsbesitzer den gesamten Gemeinschaftskeller auswischen. Nie konnte ich einen Unterschied zwischen Vorher- und Nachherzustand feststellen. Frau Kurz aber merkte sofort, wenn man sich auch nur einmal drücken wollte. Und dann die Gehwege vor dem Haus: Da war man alle sechs Wochen dran. Ein einziges Mal in vier Jahren fand ich ein weggeworfenes Stück Papier, ansonsten fegten wir jeweils fast eine Stunde lang vereinzelte Sandkörner zusammen. Und alle Nachbarn machten mit bei der wöchentlichen Reinigung des ohnehin immer wie geleckt aussehenden Umfelds. Niemand außer uns schien sich an diesem Irrsinn zu stören. Hilfe, wo waren wir gelandet?

Schmuddelkram in Berlin
Das vollständige Kontrastprogramm erleben wir seit unserem Umzug nach Berlin vor gut fünf Jahren. Auch hier zogen wir in eine einfache Wohnlage: schöne große Wohnung, billige Miete. Zuerst staunten wir, dass der Hauswart der Genossenschaft die Treppe selbst putzte: “Sonst macht det ja keener”, antwortete er auf unsere Anfrage. Auch andere Putzverpflichtungen der Mieter waren hier unbekannt. Wie schön, dachten wir, und genossen unsere neue Freiheit. Doch bemerkten wir schon bald, dass man hier – anders als in Bielefeld – nun wirklich mal häufiger die Gehwege fegen müsste. Überall lagen weggeworfene Plastikbeutel, Werbezettel, Imbisstüten, Essensreste und sonstiger Müll auf den Straßen und Wegen – im reinen Wohngebiet wohlgemerkt. Wenn die Stadtreinigung, zu deren Aufgaben die Säuberung der Gehwege gehörte, wieder mal da war, war es sauber – aber das hielt, vor allem im Sommer, höchstens für einen Tag. Und manchmal sah man sogar Ratten, die sich an den Essensresten erfreuten. Wenn das unsere Frau Kurz sehen würde, die fiele sofort in Ohnmacht, dachten wir oft. Wer macht das bloß, fragten wir uns, bis wir einmal eine Gruppe südländisch aussehender Jugendlicher sahen, die ihre Plastikbecher vom Imbiss einfach fallen ließen. Politische Korrektheit hin oder her, nun glaubten wir, die Schuldigen gefunden zu haben: Die Türken mussten es sein. Doch in unserem anschließenden Türkeiurlaub konnten wir feststellen: überall nur strahlende Sauberkeit. Und in den zentralen Berliner Ostbezirken registrierten wir schließlich ebenfalls öfter Bilder der Verwüstung. Auch fiel uns ein, dass es damals in Bielefeld ein türkischer Mann vom Nebenaufgang gewesen war, der uns energisch dazu aufgefordert hatte, auch noch die andere saubere Hälfte des Gehwegs zu fegen, da sie noch zu unserem Gebiet gehöre. Dann sind es eben ganz allgemein die Jugendlichen, meinten wir nun, bis wir in einem angesagten Szeneviertel, allerdings spät am Abend, Zeuge wurden, wie ein gar nicht schlecht gekleideter, gewiss über vierzigjähriger Mann mitten auf den Gehweg einen großen braunen Haufen setzte. Einfach so. Langsam wurde uns nun auch klar, dass der penetrante Uringeruch in unserem Kellereingang nicht, wie wir anfangs glaubten, zwangsläufig von einem Hund stammen musste. Und auch am S-Bahnhof der nicht mehr ganz so schlechten Gegend, in die wir vor einem Jahr gezogen sind, sieht man täglich Männer jeden Alters und jeder Herkunft am helllichten Tage urinieren. Einmal hielt ein Taxifahrer dort, stieg aus, pinkelte gegen die Hecke und fuhr anschließend weiter. Alle hier finden das ganz normal. Als ein offensichtlicher Berlin-Neuling sich abfällig über die Vermüllung eines S-Bahn-Wagens äußerte, wies ihn ein anderer Fahrgast zurecht: “Det is hier die S-Bahn und keen Museum. Wo jehobelt wird, da fallen Späne.”  Nur selten stört sich jemand daran, wenn z.B. wieder einer ins Treppenhaus gepinkelt hat, und hängt einen bösen Zettel an die Wand (siehe Foto).
Bielefeld und Berlin – der Gegensatz könnte nicht stärker sein. Deutschland ist ein Land der Extreme.

Justament März 2008: Was ist das?

PJ Harvey überrascht und verstört auf “White Chalk”

Thomas Claer

White Chalk CoverGewiss war PJ Harvey, britische Songwriterin und nebenher Bildhauerin und Lyrikerin, schon immer mit dem Wahnsinn im Bunde. Und auch an Wandlungsfähigkeit hat sie es in ihrer 15-jährigen alternativen Popkarriere nicht fehlen lassen. Das neue Album schießt hier nun aber definitiv den Vogel ab. Bei den ersten Takten des Openers “The Devil” glaubte ich zunächst an einen Irrtum der Plattenfirma. Waren das Kinderchöre? Ein Klavierspiel wie auf einer Gespenstermesse. Ein gruseliges Kinderlied also? Aber dann doch unverkennbar PJs Gesang, nur mindestens eine Oktave höher als sonst. Es wird dann später streckenweise auch wieder konventioneller, doch die Songs kommen durchgängig ohne Drums und elektrische Gitarren aus. Rein akustisch eingespielt, mit dominantem Klavier sowie Zither, Fiedel, Banjo und Klampfe instrumentiert, gelangt “White chalk” zu einer fast schon aufreizenden Intimität und Zerbrechlichkeit – um dann aber doch immer wieder zu überraschenden konzeptionellen Sprüngen anzusetzen. So versucht sich die Künstlerin im Song “To Talk To You”, wenn wir der Einschätzung des Wikipedia-Autors Glauben schenken dürfen, sogar im mongolischen Kehlkopfgesang.
Früher, auf ihren sieben Vorgängeralben, bei großzügigerer Zählweise waren es sogar neun, klang es bei ihr noch anders: Sie spielte zumeist einen schweren, oft auch harten Bluesrock, mit expressivem Gesang bis hin zu hysterischen Ausbrüchen. Wie etwa im völlig orgiastischen Song “City of No Sun” vom Album “Dance Hall at Louse Point” (1996), einem ihrer stärksten. Es folgten auch einige melodischere, fast schon poppige Ausreißer wie vor allem die irritierende CD “Stories from the City, Stories from the Sea” (2000), bis PJ Harvey mit dem Vorgängeralbum Uh Huh Her (2004) wieder beim erdigen Bluesrock ihrer Anfangsjahre angelangte. Doch nun ist bei der 38-Jährigen nichts mehr wie es war. Ihre öffentlichen Dämonenaustreibungen sind in eine völlig neue Phase gekommen. Rücksichts- und kompromisslos sprengt sie die Grenzen des Genres Rockmusik, ohne dass sich letztlich genau benennen ließe, um was es sich beim Ertrag dieses Ausbruchs eigentlich handelt. So wie white chalk, weiße Kreide, posiert Polly Jane auch auf dem Coverfoto: blass im Gesicht, im weißen Kleid, auf einer unsichtbaren Sitzgelegenheit, die Hände in den Schoß gelegt. Ein minimalistisches Konzeptalbum von großer Intensität. Das Urteil lautet: voll befriedigend (12 Punkte).

PJ Harvey
White Chalk
Island (Universal) 2007, CD, 33:59 Minuten
ca. EUR 15,00
ASIN: B000SFYUV2

Justament März 2008: Der absolute Wahnsinn

Nach 37 Jahren wieder veröffentlicht: Achim Reichels “Grüne Reise”

Thomas Claer

Cover Grüne ReiseHamburg, 1970: Der 26-jährige Rockmusiker Achim Reichel, vormals Boygroup-Star mit den “Rattles”, nimmt aus einer Laune heraus in nur zwei Tagen eine äußerst skurrile Platte auf mit experimenteller Elektronik, indischen Instrumenten, Echo-Gitarren und esoterischen Texten (“Fröhliche Abenteuer für Sinne, Geist und Triebe”). Die “Grüne Reise” wird im “Musikexpress” als “billiges Machwerk” verrissen und floppt gewaltig. Nur 3000 Exemplare verkaufen sich, bis sie 1976 von der Plattenfirma Polydor ganz aus dem Handel genommen wird.
Bremen, 1991: Der Rezensent hört als Gymnasiast auf dem Walkman seines Freundes Olli Achim Reichels “Der Spieler” aus den frühen 80ern und ist nicht nur von den Gitarrenriffs begeistert. Auf der Suche nach Achim Reichels Seemannsliedern und Balladen-Vertonungen aus den Siebzigern lande ich schließlich beim Flohmarkt-Plattenhändler mit den langen Haaren und dem Vollbart, der zu jeder verkauften Platte eine Geschichte erzählt. Und der fragt mich: “Suchst du denn etwa auch die “Grüne Reise”? Ich habe keine Ahnung und schäme mich für meine Unkenntnis. Der Händler sagt: “Ich weiß nicht, was alle an der ollen Kiffer-Scheibe finden, aber die reißen sie mir aus den Händen. Ist wirklich schwer zu besorgen, aber ich konnte bisher immer noch eine auftreiben. Das kostet dann aber auch was: Unter 25 Mark geht da nix mehr.” Das war nun absolut nicht meine Preislage. “Außer”, sagte der Händler, der das merkte, “du willst diese zerkratzte mit den angenagten Ecken, aber Original-Pressung. Die kostet nur 14 Mark.” Das wurde dann meine “Grüne Reise”. Sie knisterte und eierte sogar gewaltig auf dem Plattenteller. Aber sie spielte – und versetzte mich augenblicklich in Entzücken.
Mitte der 90er war die “Grüne Reise” bereits sehr angesagt auf Trance- und Goa-Parties. Und für internationale Musikkritiker ist sie heute längst der beste deutsche Krautrock ever. Doch blieb sie bis zuletzt die ewig knisternde, kultisch verehrte Raubkopie. Nun ist es Achim Reichel (inzwischen 64) endlich gelungen, die Rechte an seiner “Jugendsünde” von der Plattenfirma zurückzukaufen, und er bringt diese auf seinem hauseigenen Tangram-Label digitally remastered auf den Markt. Dazu gibt es als Bonus-DVD eine psychedelische filmische Umsetzung der “Grünen Reise” von 60 Studenten aus dem Fachbereich Medien der Fachhochschule Lippe/ Höxter, ihre Seminararbeit über zwei Semester. Das Urteil lautet: gut (15 Punkte).

A.R. & Machines
Die grüne Reise
Tangram (Indigo) 2007, Doppel-CD, 40:49 Minuten
ca. EUR 20,00
ASIN: B000XJOCNE

Justament März 2008: Die ewigen Eiferer

Peter Sloterdijk mahnt zur Zivilisierung der monotheistischen Intoleranz-Kulturen

Thomas Claer

Cover Gottes EiferDem Monotheismus als solchem kritisch zu begegnen, ist derzeit en vogue. Vor allem der Ägyptologe Jan Assmann konnte zuletzt in mehreren Büchern und einem ihm gewidmeten SPIEGEL-Titel aufzeigen, wie eng einerseits Religionskriege und Terror, andererseits aber eben auch alle unsere modernen Universalismen letztlich mit dem Eingötter-Glauben zusammenhängen, der große Teile der Welt entscheidend geprägt hat. Wenn der Philosoph Peter Sloterdijk nun ein kompaktes und gedankenreiches Bändchen über die drei monotheistischen Weltreligionen und die ihnen jeweils affinen Konfliktneigungen vorlegt, macht er aus seinem Herzen keine Mördergrube. Weniger die Religionen selbst als vielmehr das mit ihnen in die Welt gekommene spezifische Eiferertum ist ihm herzlich zuwider.
Die eifernden Monotheismen, so Sloterdijk, ziehen ihren Elan “aus der phantastischen Vorstellung, es könne gelingen, gegen alle Irrungen und Wirrungen der kontrovers versprachlichten und multipel verbildlichten Wirklichkeit die einwertige Ursprache wiederherzustellen”. Den logischen Ursprung ihres Eiferertums sieht Sloterdijk daher im Herunterzählen auf die Eins, die nichts und niemanden neben sich duldet. Diese Eins sei die Mutter der Intoleranz. Anders als etwa in den religiösen Toleranzkulturen des alten Ägyptens oder des Buddhismus sei es für alle echten monotheistischen Eiferer evident, dass die Menschen es ohne den Zusammenprall mit dem “wahren Gott” nur zu glänzenden Lastern bringen könnten. Daher dürfe man, ginge es nach jenen, die Menschen nie in Ruhe lassen und solle ihre Gewohnheiten unterbrechen, wo man kann. In sein eigentliches Element, so Sloterdijk, komme das Eifern aber erst, wenn Strenge auf Unterkomplexität trifft. Und deshalb hält es der Verfasser auch für keinen Zufall, dass typische Eiferer instinktsicher im Humor den Feind erkennen, der jeder militanten Einseitigkeit das Geschäft verdirbt.
Keinesfalls lässt sich aber diese eifernde Intoleranz einfach von den Monotheismen abtrennen, ist sie doch geradezu kennzeichnend für sie und, Sloterdijk sagt es vorsichtshalber nur indirekt, hat sich von Moses über Jesus und Paulus (“der erste Puritaner, der erste Jakobiner und der erste Leninist in einer Person”) zu Mohammed sogar noch verschärft. War für das Judentum noch ein souveränistischer Separatismus mit defensiven Zügen prägend, waren es für das Christentum die Expansion durch Mission und für den Islam die Expansion durch den heiligen Krieg. Etwas knapper behandelt, doch in ihrer Nähe zum Religiösen markant herausgestellt, werden die Neo-Monotheismen, die Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts, vor allem die “atheistische Kirche des Kommunismus”. Erst von diesen Menschheitsideologen sei der Ruf des Moses: “Es töte ein jeder selbst den Bruder, Freund und Nächsten” in den größten Verhältnissen befolgt worden, erst in ihnen seien die hybriden Saaten des Monotheismus aufgegangen.
Was also ist zu tun, was hilft gegen das destruktive “Eiferertum als pathologisches Symptom”? Für Sloterdijk einzig und allein eine fortschreitende “Zivilisierung” der Monotheismen, wie sie etwa durch frühere Institutionalisierungs- und Säkularisierungsprozesse bereits erfolgreich angegangen worden ist. Das Fernziel ist jedenfalls klar: “Die Zivilisierung der Monotheismen ist abgeschlossen, sobald die Menschen sich für gewisse Äußerungen ihres Gottes, die unglücklicherweise schriftlich festgehalten wurden, schämen wie für die Auftritte eines im allgemeinen sehr netten, doch jähzornigen Großvaters, den man seit längerem nicht mehr ohne Begleitung in die Öffentlichkeit lässt.” (S.168)

Peter Sloterdijk
Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen
Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag Frankfurt am Main und Leipzig 2007
218 Seiten, 17,80 €
ISBN-10: 3458710043